Rant: Ihr Medien, steckt euch eure Klischees sonstwo hin!

Achtung! Dies ist ein Rant!

Liebe Medienlandschaft in Deutschland und anderswo,

hiermit fordere ich euch ultimativ auf, euch eure Klischees, die ihr von allem habt, was nicht der heterosexuellen Normfamilie entspricht, ganz tief irgendwo hin zu schieben und dort zu vergessen! ES REICHT!!!

Warum ich euch so anschreie? WARUM? Das fragt ihr mich ernsthaft? OK, hier sind einige Beispiele eurer völlig vergeigten Vorstellung von Aufklärung:

Alles begann heute morgen, als ein Kollege auf Facebook dieses Youtube-Video teilte, in dem auf völlig entsetzliche Weise Paare mit großem Altersunterschied beleuchtet werden. Zur Erklärung für diejenigen, die nicht so in der Porno-Welt firm sind: Als Cougar werden ältere Frauen bezeichnet, die auf jüngere Liebhaber oder eben auch Lebenspartner stehen. Die Art, wie diese Paare in diesem Video beleuchtet werden, bedienen das Klischee, dass bei Paaren mit großem Altersunterschied doch „irgend was nicht stimmen“ kann. Das Video, das stellenweise als eine Einleitung zu einer Pornoszene gelten könnte, ist ein Fernsehbericht! Und das sind nur einige wenige Punkte, die an diesem Clip extrem unangenehm aufstoßen!

Und dann spielte mir Twitter heute Mittag die Sache mit dem „Schwulen-Test“ der Bravo in die Timeline. Die Taz berichtet hier sehr schön bissig drüber, und die hanebüchene Stellungnahme des anonym gebliebenen Bravo-Sprechers macht die Affäre keinen Deut besser! Die Klischees, an denen sich in diesem „Test“ abgearbeitet – oder sollte ich lieber sagen: einer runtergeholt – wird, waren schon in den 90ern sowas von abgelutscht, dass man damit wirklich nur noch den einfachsten BILD-Leser oder RTL-Zuschauer beeindrucken konnte! Im Jahre 2013, in dem jeder schwule Jugendliche wieder mehr Angst vor Gewalt gleichaltriger haben muss als in den 80ern oder 90ern, in denen fast unmittelbare Nachbarstaaten Verordnungen und Gesetze erlassen, die der Verfolgung Schwuler im 3. Reich fast das Wasser reichen können, so ein Ding zu bringen, ist absolut inakzeptabel! Das selbst gesteckte Ziel der Aufklärung wird hier ja wohl ganz klar verfehlt!

Und dann hätten wir da noch die Klischees, die sowohl in der allgemeinen Medienlandschaft als auch z. B. in Pornos immer wieder gern bedient werden, was z. B. bisexuelle Männer angeht. Wenn man verschiedenen Berichten glauben würde oder wenn man die Mehrzahl an Pornos mit männlich-bisexuellem Inhalt, die so im netz kursieren, heranzieht:

  • sind bisexuelle Männer doch nur verkappte Schwule, die sich nur nicht trauen.
  • stehen alle bisexuellen Männer auf Transvestiten oder Transsexuelle.
  • sind bisexuelle Männer selbst gleichzeitig Transvestiten.
  • sind bisexuelle Männer devot oder submissiv und wollen von anderen Kerlen nur richtig rangenommen werden.
  • wollen bisexuelle Männer von ihren Partnerinnen dominiert werden und beim Sex mit einem anderen Mann von ihr angeleitet werden (Femdom).

Ach ja und dass alle anderen bisexuellen Männer verheiratet sind und ihre Bi-Neigung nur heimlich ausleben dürfen, weil „sie ja nichts davon wissen darf“, habe ich glatt noch vergessen.

Weitere Beispiele gibt es viele, z. B. die Automechanikerin, die natürlich mit 100%iger Sicherheit lesbisch ist…

You get the idea?

Also ein für allemal: Steckt euch diesen Blödsinn irgendwohin, wo ihr ihn vergesst, und macht in Zukunft richtige Themenarbeit! Natürlich gibt es die oben genannten Aspekte bei bisexuellen Männern. Natürlich gibt es Schwule, die Angst vor Spinnen haben. Natürlich gibt es lesbische Automechanikerinnen.

Aber z. B. ich finde mich bei den obigen „Kriterien“ für bisexuelle Männer an keiner Stelle wieder. Und nu?

So, das musste jetzt mal sein! Weitermachen! Oder kommentieren! Was regt euch auf?

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Welcher Schwanztyp bist Du?

Ja, das würde mich wirklich mal interessieren! Ähnlich wie es ja Vorlieben für Schlanke oder Mollige, Rot-, Braun-, Blond- oder Schwarzhaarige gibt, gibt es doch bestimmt auch Vorlieben für den Schwanz, oder? Es sind also hiermit alle Damen und Herren der Leserschaft aufgerufen, die mit dem männlichen „besten Stück“ was anfangen können, ihre Vorlieben in den Kommentaren zu verraten. Dick oder dünn, groß oder klein, beschnitten oder nicht, gekrümmt oder nicht, oder oder oder?

Haut in die Tasten und erzählt einander (und mir), welcher Schwanztyp ihr seid!😉

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Von sexuellen Orientierungen und Lebensentwürfen

Seit ich mich mit den Themen Sexualität, sexuelle Identitäten und allem, was damit zusammenhängt, schon aus rein persönlichen Gründen, beschäftige, bemerke ich immer wieder, wie sehr viele Menschen, die sich vermeintlich nicht damit auseinandersetzen mussten, die Worte „schwul“, „lesbisch“, „bisexuell“ usw. gebrauchen und damit implizit rein die sexuelle Orientierung meinen. Sie sind sich nicht bewusst, dass es zu diesen sexuellen Orientierungen immer noch einen Rattenschwanz anderer Dinge gibt, die sich durch sie bedingen. Die Gründe für diese Sichtweise liegen mitnichten im Bereich irgendwelcher Phobien, sondern haben allem Anschein einfach damit zu tun, dass sie die Tragweite einer sexuellen Orientierung, die von der am weitesten verbreiteten heterosexuellen abweicht, nicht erfassen können.

„Du stehst halt auf Männer, na und?“

Diesen Satz hörte ich zu Zeiten meines Coming Outs sehr häufig. Und zunächst glaubte ich auch selbst, mit dem Bekenntnis, auf Männer zu stehen, sei’s getan. Erst im Laufe der ersten Monate und Jahre danach begriff ich allmählich, was da noch alles dran hing. Klar, einmal die offensichtlichen Dinge wie die Tatsache, dass ich Kinder würde adoptieren müssen, sollte ich welche haben wollen. Des weiteren hörte ich immer wieder von Paaren, die bei der Wohnungssuche Schwierigkeiten bekamen, weil sie eben kein heterosexuelles Paar waren. Ja, das zieht sich in Teilen sogar noch bis in die heutige Zeit, trotz eingetragener Lebenspartnerschaften! Und dann gibt es da natürlich die Ungleichheiten im Gesetzesdschungel, die zwar 2001 erheblich entschärft wurden, die es aber nach wie vor in nicht ganz unwesentlichen Teilen wie dem Steuer- und Erbrecht gibt.

Auch in Gesprächen mit Kollegen gab es immer wieder Situationen, gerade bei meinem früheren Arbeitgeber, wo Unterhaltungen irgendwann verkrampften, weil man vielleicht nicht jedem christlich-fundamentalistischen Mitarbeiter auf die Nase binden wollte, dass man einen ganz und gar von seinem Glauben verteufelten Lebensstil pflegte. (Anmerkung am Rande: Auch als Atheist weiß ich, was bei Römer 1.27 steht, und dass dies eine der Grundlagen für die in den christlichen Kirchen immer noch omnipräsente Homophobie ist.)

Ich möchte noch einmal kurz auf die Kinderfrage zurückkommen. Sie hat sich mir nie gestellt, aber ich bin im Laufe der Jahre natürlich mehreren lesbischen Paaren begegnet, die sich einen Kinderwunsch erfüllt haben. Auch hier gehört zum Lebensentwurf, dass sie sich Gedanken darüber machen mussten, wo sie einen Spender finden, und wie sie dann das gespendete Gut auch so ins Liebesspiel einbringen könnten, dass es für beide ein schönes Erlebnis wird. Gut, und dann natürlich die Frage, wer von beiden die biologische Mutter wird…

Es hängt also sehr viel mehr an einem beschrittenen Lebensweg, der sich durch eine natürliche Neigung ergibt, als nur die Tatsache, dass Mann eben anstatt mit Frauen mit Männern Sex hat. Und ich habe mit Sicherheit noch längst nicht alle Aspekte genannt!

Mein damaliger erster Freund sagte mir: „Du wirst ungefähr vier Jahre brauchen, bis du mit dem Coming Out durch bist.“ Damals lachte ich ihn aus, hielt das für ausgemachten Blödsinn. Heute sage ich: „Na, wenn das mal reicht!“🙂

Bisexuell – Männlein oder Weiblein?

Wie ich anderweitig schon schrieb: Wieso „oder“?😉 Aber auch das ist nur eine mögliche Form des Lebensentwurfs, der sich durch eine Präferenz für beiderlei Geschlechter ergibt. Es gibt viele andere Möglichkeiten: Hauptsächlich mit Frauen und manchmal mit Männern, entweder mit oder ohne Partnerin. Oder den umgekehrten Fall: Mann oder Frau lebt in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung und möchte manchmal zum anderen Geschlecht einen „Ausflug“ machen.

Und dann gibt es natürlich diejenigen, die ihre Bisexualität vor ihrem Partner geheim halten müssen, weil er oder sie damit gar nicht klar kommt, und ihre Bedürfnisse heimlich ausleben müssen. Auch das gilt es beim Gestalten des eigenen Lebens zu berücksichtigen.

Zusätzlich sehen sich viele Bisexuelle Anfeindungen sowohl aus der hetero- als auch der homosexuellen Welt ausgesetzt. Während viele Hetero-Männer Bisexualität unter Frauen total in Ordnung finden, was ja nicht zuletzt auch von der Pornoindustrie häufig angesprochen wird, tolerieren sie dies bei Geschlechtsgenossen gar nicht. Viele Schwule und Lesben vertreten die Auffassung, dass, wer bi ist, sich einfach nur noch nicht entschieden hat, schwul bzw. lesbisch zu leben. Auch ich durfte mir einen solchen Schwachsinn schon mehrfach anhören. Nun kann ich aus der eigenen Biografie heraus kontern, dass ich die schwule Lebensweise sehr gut kenne, aber ich weiß auch, dass mein Lebensweg da nicht der Mehrheit entspricht. Glücklicherweise scheint sich diese Einstellung gerade bei jüngeren Lesben und Schwulen „auszuwachsen“ bzw. sie übernehmen diese Sichtweise nicht unreflektiert von älteren, unter denen sie noch viel mehr verankert zu sein scheint.

Apropos Pornoindustrie: Diese hat in den letzten Jahren bei einigen Produktionsfirmen auch die Bisexualität unter Männern für sich entdeckt. Neben den einschlägigen osteuropäischen Rudelbums-Produktionen und einigen amerikanischen Produktionen fallen mir immer wieder deutsche Filmchen vor die Füße, in denen Szenen gestellt werden, wo ein schon länger zusammen lebendes heterosexuelles Paar einen zweiten Mann sucht, vorgeblich für die Dame. Im Laufe des Spiels geschieht es dann „ganz plötzlich“, dass der Herr des Hauses auch anfängt, mit dem Besucher auf eine Weise zu spielen, die deutlich über die einfachen Berührungen, wie sie beim MMF-Dreier nun mal vorkommen, hinaus geht. Viel mehr als ein bisschen Wichsen und Blasen passiert eigentlich nie, aber alle sind fürchterlich überrascht, der Besucher hat nie was dagegen, und die Partnerin ist am Ende ganz selig und meint in der Regel so etwas wie „das hast du mir ja noch nie gesagt, das finde ich ja toll!“. Wie bei den meisten Pornoproduktionen wird auch hier natürlich nicht die „echte Welt“ dargestellt. Solche „zufälligen“ Outings mitten während des Dreiers dürften „in echt“ nur sehr sehr selten vorkommen. Ein bisexuelles Coming Out ist, ähnlich wie ein homosexuelles, genauso vielschichtig, und wenn ein heterosexueller Partner involviert ist, sicher nochmal eine Spur komplizierter.

Polyamory – was’n das?

Polyamory bezeichnet einen Lebensentwurf, der darauf fußt, dass Menschen keine klassische Zweierbeziehung eingehen, sondern intime Beziehungen zu mehr als einer anderen Person pflegen. Polyamory kommt in allen sexuellen Orientierungen vor: ich kenne sowohl hetero- als auch homo- und bisexuelle Polys. Die hier möglichen Beziehungskonstellationen sind so vielfältig, dass ich lieber gar nicht erst anfange, mit Beispielen um mich zu werfen. ich denke, die geneigte Leserschaft hat Fantasie genug, sich da die eine oder andere Möglichkeit auszumalen.

Auch sind die Übergänge manchmal fließend: So könnte z. B. ein bisexueller Mensch, der zu Hause eine heterosexuelle Beziehung pflegt, zur Befriedigung der Bedürfnisse mit dem eigenen Geschlecht aber einen festen Sexualpartner hat, mit dem ja auch ein doch recht inniges Verhältnis entstehen dürfte, durchaus als im Ansatz polyamor gelten, ohne dass dies jemals so definiert werden würde.

Fazit

Lebensentwürfe sind viel mehr als nur die sexuelle Orientierung, für die man sich nicht „entscheidet“, sondern die einem von der Natur mitgegeben wird. Aber darüber hinaus gibt es natürlich noch viel mehr Facetten, die von dieser Orientierung völlig unabhängig ist und auch eine Art Coming Out erfordert. So kann ich mir gut vorstellen, dass jemand, der mit seinem Partner eine offene BDSM-Beziehung lebt, auch mit Reaktionen der Außenwelt umzugehen lernen muss, da es ja auch hier von vielen Seiten Ressentiments geben kann.

Ich hoffe, dass dieser Beitrag ein bisschen dabei hilft, dass wir alle noch mehr Verständnis für unsere Mitmenschen und deren Lebensentwürfe zeigen und uns das Leben gegenseitig weiter erleichtern, indem wir respektvoll miteinander umgehen, einander zuhören und wenn wir etwas nicht wissen oder es uns nicht vorstellen können, uns auch zu fragen trauen!

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19 Jahre

19 Jahre alt war ich, als ich am 10. Mai 1992 einen Schlüsselbesuch machte. Es war ein Sonntag, es war warm, fast so warm wie heute, und ich telefonierte nachmittags mit F., mit dem mich in den nächsten Jahren eine in Wellenform verlaufende Freundschaft verbinden sollte. mal waren wir uns sehr nah, mal hatten wir etwas Abstand zueinander. Irgendwann verloren wir uns aus den Augen, und ich weiß leider nicht, was er heute macht. F. war ein paar Jahre älter als ich und wohnte in Langenhorn (sehr nördlicher Stadtteil von Hamburg), fast schon in Norderstedt.

Wir telefonierten also, und im Laufe des Gesprächs kam die Idee auf, man könnte den langweiligen Nachmittag doch gemeinsam verbringen. Er war an meiner CD-Sammlung von Abba interessiert, ich an Einblicken in das Leben eines Mailbox-Sysops. Ich kaufte auf dem Weg Kuchen, er kochte Tee.

Der Nachmittag verstrich, und wir taten unter anderem das, was wir uns beide vorgenommen hatten. Wir redeten aber auch über ganz viele andere Dinge, unter anderem übers Thema Schwulsein. F. war schwul, das wusste ich, und dass mich Männer nun überhaupt nicht kalt ließen, wusste ich auch. Aber so den richtigen Tritt in den Hintern hatte ich noch nicht gehabt.

Zwischen F. und mir ist nie etwas Sexuelles gelaufen. Wir haben uns einfach nur über alles mögliche unterhalten, über Männer, über das Lebensgefühl, über Erotik, auch über Themen wie AIDS sprachen wir natürlich und wie man sich davor schützt. Klar wusste ich das alles schon, aber es gab doch einige Dinge, die in den Aufklärungsheften in der Schule nicht gestanden hatten, weil dort das Thema Homosexualität und die damit verbundenen Sexpraktiken doch eher ausgeklammert wurden.

Spät an diesem Abend fuhr ich mit einer der letzten U-Bahnen zurück nach St. Georg, wo ich damals noch in einer betreuten WG wohnte. Ich stieg aus, ging auf die Rolltreppe (damals hatte ich noch keinen Hund), und als diese oben ankam, sagte ich laut zu mir: „Ja, ich bin schwul.“ Das „…und das ist auch gut so“ kam später von jemand anderem.😉

Dass ich heute sowohl auf Männer als auch auf Frauen stehe, hat sich später herauskristallisiert, und das kann ich auch nicht genau mit einem Datum belegen. Ich glaube aber, dass ich durch mein zunächst schwul geführtes Leben einige Dinge bei und mit Frauen anders mache als viele meiner Geschlechtsgenossen, was mir auch schon das eine oder andere Mal gesagt wurde.😉

Heute ist es genau mein halbes Leben her, dieses Datum. Und ich finde, das ist ein Grund, sich zu freuen und hierüber einen Blogpost zu schreiben.

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Woran merkt man als Blinder, dass man bi ist?

Als Blinder bekommt man so manche für einen selbst absurdest anmutende Fragen gestellt. Für Sehende scheinen diese völlig logisch zu sein, aber man selbst steht davor und fragt sich: Wie zum Henker kommst du jetzt darauf, mir diese Frage zu stellen? Weil die Antwort für mich so offensichtlich ist wie sie nur sein kann und für meine Begriffe überhaupt nichts mit dem Vermögen, sehen zu können, zu tun hat. Eine solche Frage wurde mir im Lauf meines Lebens immer wieder gestellt: Woran merkst du, dass du auf Männer stehst? Du kannst sie doch nicht sehen!

Nun, dass ich andere Menschen nicht sehen kann, das stimmt! Aber man kann ja mit anderen Menschen noch so viel anderes machen als sie zu sehen, woran man merkt, dass man erotisch reagiert!

Es ist richtig, dass ich weder die knackige Boy-Group von der Titelseite der Bravo oder das Madonna-Poster, das ich mit 14 tatsächlich für ein halbes Jahr in meinem Zimmer hängen hatte, sehen konnte. Das sind ja so die ersten Dinge, auf die Jungen und Mädchen in der Pubertät reagieren.

Ich bin als Jugendlicher auf ein Internat gegangen, weil die Schule, auf die ich ging, nicht am Wohnort meiner Eltern lag, sondern ich nach Hamburg musste. Von diesem Internat aus gab’s wöchentlich einen Ausflug in ein nahe gelegenes Hallenbad. Dort wurde natürlich auch pädagogisches Schwimmen gemacht, es gab aber auch die Möglichkeit, sich freizeitmäßig zu tummeln und rumzualbern. Und das tat ich, vorzugsweise mit älteren Jungs. Klar war da auch Kräftemessen dabei (und als deutlich Jüngerer war ich oft unterlegen!).

Aber für mich hatte das noch eine ganz andere Komponente. Ich hatte schon mit 12, 13 gemerkt, dass das Berühren und die Vorstellung, das beste Stück eines anderen in der Hand zu haben, bei mir absolute Erektionsgarantie hatte. Und ja, ich habe damals mich neugierig mit einem Gleichaltrigen befummelt, weil wir beide ja nicht sehen konnten, wie ein anderer Junge „da unten“ aussieht.

Das Toben mit den älteren Jungs gab mir eine Möglichkeit, ihnen unverfänglich sehr nahe zu sein. Breite Schultern, schon recht maskuline Formen (bei den meisten 16-Jährigen ist da ja schon was), kräftige Hände, die mich anfassten…Ich hatte regelmäßig eine zu enge Badehose!

Es kam dann im laufe der Jahre natürlich auch zu „sexuellen Handlungen“ zwischen anderen Jungs und mir, denn es gab einige, die zumindest in der Pubertät dem Kontakt nicht abgeneigt waren.

Und irgendwann gab’s auch die erste Freundin. Und hier merkte ich, dass schöne Brüste, ein weiblich geformter Frauenkörper und ein weiblicher Intimbereich mich genauso anmachten wie das Berühren eines männlichen Körpers.

Naja aber damals, so Anfang der 90er, musste man sich gefühlsmäßig ja irgendwie noch eher entscheiden als heute, zumindest wurde mir das Gefühl gegeben. Und so entschied ich mich zunächst aus einer Entwicklung heraus für die Männerwelt. Ja, ich hatte nach dieser einen Freundin über 10 Jahre lang nur Beziehungen und Affären, ab und an auch mal einen ONS, mit Männern. Meist älter als ich, Jungs bzw. junge Männer in meinem Alter sagten mir nicht zu. Ich bezeichnete mich in dieser zeit auch als schwul und hatte auch mit meinen Eltern eine für damalige Verhältnisse recht typische Coming-Out-Szene mit viel Zeter und Mordio und Tränen.

Als ich so Ende 20 war, ergab sich ein Erlebnis mit einer Frau. Es war so diese typische Geschichte: Toller Abend, tolle Gespräche, viel gelacht, gut gegessen. naja und auf einmal auf dem Sofa lagen wir uns im Arm. Und dann gingen wir auch weiter. Sie zeigte mir, wie sie mit der Hand und dem Mund befriedigt werden wollte. Sie war ein paar Jahre älter als ich.

Und von da an wusste ich, dass ich in diesem Leben beides haben wollte, beide Geschlechter toll finde und ich nicht schwul, sondern bisexuell bin.

Eine Umarmung, oder auch nur das Helfen eines Menschen irgendwo im Straßenverkehr, oder andere Gelegenheiten, wo sich Menschen unverfänglich begegnen, lösen bei mir Reaktionen aus. Tolle Stimmen ebenso. Und das alles ohne zu sehen. Ihr glaubt gar nicht, wie viel Informationen ich durch eine Umarmung mit einem anderen Menschen über ihn bekomme! Wie viel mir die Stimme verrät!

Klar, die Kontaktaufnahme beim Kennenlernen muss viel direkter Ablaufen als bei dem Kontakt mit Sehenden. Diese erste optische Kontaktaufnahme fällt komplett weg, das „Abchecken“, ob einem das Gegenüber gefallen könnte, selbst in einer lauten Umgebung mit den Augen problemlos möglich, ist bei mir nicht möglich. Ich selbst kann es nicht durchführen, ich muss mich mit jemandem unterhalten oder anders in Kontakt kommen, um einen Eindruck von der Person zu bekommen. Und auch die Kontaktaufnahme mit mir muss durch etwas anderes als die Augen passieren, denn ich kann nicht zurückgucken. Ich kann durch die Augen kein Interesse signalisieren, obwohl ich es durchaus haben könnte. Wenn also mal jemand nicht zurückguckt, muss das kein zeichen von Desinteresse sein!😉

Es gibt also sehr viel Mittel und Wege, und wenn man unter die Oberfläche schaut, ist, denke ich, für jeden von uns die Begegnung mit dem Menschen viel wichtiger als der bloße optische Eindruck. Und den brauche ich nun wirklich nicht, um festzustellen, ob mir jemand menschlich oder auch erotisch (oder beides) gefällt.

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Ein Vier-Gänge-Menü für die Dame (Dominanzversion)

Da einigen von euch diese ursprüngliche Version der letzten Geschichte offensichtlich so sehr gefallen hat, stelle ich sie euch gern hier zum Lesen wieder zur Verfügung, könnt euch dann aussuchen, welche der Varianten zu eurer Stimmung gerade passt. Viel Spaß!
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Ein Vier-Gänge-Menü für die Dame

‚Was für ein beschissenes Seminar!‘ fluchte Carola innerlich, als sie ihr Notebook und den Adapter für den Beamer in die Tasche packte, während die letzten Seminarbesucher an ihr vorbei den großen Konferenzraum verließen. Nach außen hin lächelte sie freundlich und wünschte allen eine schöne Pause bis zur Party. Immer lächeln und gute Miene zum bösen Spiel machen, so hatte sie es gelernt und sich in jahrelanger Arbeit bis zur Perfektion antrainiert. Ein ehemaliger Coach hatte es mal so formuliert: „Die Teilnehmer können dir noch so sehr auf die Eierstöcke gehen, bleib du immer cool und abgeklärt! Wahre deine Distanz und lass es an dir abprallen.“

Und so war sie: Distanziert, abgeklärt, cool. Dazu sah sie mit ihren 34 Jahren, 1,70 m Größe, blonden, schulterlangen Haaren, braunen Augen und der mit weiblichen Rundungen an den richtigen Stellen, aber ansonsten schlanken Figur in den immer sehr modischen Outfits und dezent hochhackigen Schuhen blendend aus. Sie hatte im laufe der Mittagspause durchaus den einen oder anderen Blick männlicher Seminarteilnehmer gespürt, die im einen Fall einfach nur etwas zu lange auf ihr geruht, sie in einem anderen Fall aber förmlich ausgezogen hatten.

Und dann war der letzte Teilnehmer gegangen, ein blinder seminarteilnehmer, der in Begleitung seines Assistenten den Raum verließ. Der Assistent hatte dem Teilnehmer, einem Mittvierziger mit Bierbauch und recht schmieriger Frisur, immer wieder mal soufliert, wenn die Präsentation sehr visuell wurde. Sie hatte sich mit dem Assistenten vorher abgestimmt und ihn vorbereitet, so dass dieser seinem Chef die nötigen Informationen schnell und präzise zukommen lassen konnte. Der Blinde war ein Manager-Typ der übleren Sorte, wie sie im Lauf des Seminartages herausgehört hatte. Knallhart in den Ansichten und sehr auf seinen eigenen Profit schauend. Und sie hatte aus den Augenwinkeln die eine oder andere Teilnehmerin beobachtet, die ob so viel strotzendem Selbstbewusstsein – oder was sie dafür hielten – immer wieder zu ihm hinüberschielten.

Und dann kamen die Gedanken an die bevorstehende After-Seminar-Party. Das Seminar war auf drei Tage angesetzt, und am ersten Abend sollte es eine Party zur Entspannung geben, der zweite Abend sollte zur freien Verfügung sein. Carola verzog das Gesicht bei dem Gedanken, dass sie die ganzen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer Stunde wiedersehen würde und weiter gute Miene zum bösen Spiel würde machen müssen. ‚Aber Job ist Job, und Schnaps ist Schnaps‘, dachte sie, verschloss den Reißverschluss ihrer Notebook-Tasche, warf sie sich mit einer energischen Bewegung über die Schulter und verließ als letzte den Seminarraum.

Als sie sich im Hotelzimmer frisch machte, sich nur in Slip und BH im großen Badezimmerspiegel betrachtete, dachte sie daran, wie klasse sie ihren eigenen Körper fand! Sie mochte sich gern selbst anschauen und war dankbar und stolz darauf, dass sie sich mit relativ wenig Aufwand so in Form halten konnte. Das einzige, was ihr momentan fehlte, war eine bestimmte regelmäßige körperliche Betätigung, die ihr eine Entspannung geben konnte, wie es kein Sport jemals tun könnte. Aber entweder waren die Männer, denen sie begegnete, ihr zuwider, Seminarteilnehmer oder Kollegen, mit denen sie nie etwas anfangen wollte, oder sie waren so jung, dass sie sich sagte, dass sie es nicht nötig hatte, Mama zu spielen. Der Richtige war ihr einfach noch nicht über den Weg gelaufen. Dabei war sie, so dachte sie, doch zu den meisten Männern sehr kompatibel. Sie mochte es heftig und nicht zu lang, schnelle Höhepunkte mit hohem Entspannungsfaktor.

Bei dem Gedanken an ihren letzten One-Night-Stand, ein Techtelmechtel mit einem Hotelangestellten in München vor sechs Wochen, breitete sich ein wohliges Kribbeln aus. Es war ganz nach ihrem Geschmack gewesen: Sie hatte ihn sich ausgeguckt, wie eine Tigerin die Beute eingefangen und dann mit ihm gespielt, indem sie ihn mit auf ihr Zimmer genommen, ihn aufs Bett gedrückt und ihn heftig geritten hatte, bis es ihnen beiden gekommen war. Dann hatte sie ihn gehen lassen und war befriedigt eingeschlafen. Sie sah ihn nie wieder. Wollte sie auch nicht.

Carola beschloss, dass sie das heute Abend ebenfalls brauchen würde.

Als sie einige Minuten nach dem offiziellen Beginn auf die Party kam, waren einige Teilnehmer schon in guter Stimmung. Ein Manager aus Dresden war mit einer Kollegin aus Düsseldorf herzhaft am Flirten. Die beiden hatten in der Mittagspause schon angeregte Gespräche geführt, und nur der Anstand des offiziellen Rahmens hatte sie davon abgehalten, das zu tun, was sie jetzt taten: Offensiv miteinander zu flirten. ‚Ich gebe ihnen maximal eine Stunde‘, dachte Carola und lächelte in sich hinein. Sie wusste, dass der Manager verheiratet war und zwei Kinder im Alter von zehn und sieben Jahren und eine nicht mal unattraktive Frau zu Hause hatte. ‚Geht mich nichts an.‘

Sie schlenderte weiter, grüßte hier und da, lächelte, schüttelte Hände, nahm den ersten Sekt entgegen. ‚Nicht mal echten Champagner haben die in diesem Schuppen hier‘, dachte sie mit einem abfälligen Blick aufs Buffet.

Und dann entdeckte sie Olli, den Assistenten des Blinden, an einem Tisch mit seinem Chef und einer der Teilnehmerinnen, die den Bierbauch schon während des Seminartages so angehimmelt hatte. Und die beiden waren über das Stadium des Flirtens schon längst hinaus: Seine Hand lag auf ihrem Knie, sie kicherte, als sie mit einem Sekt anstießen und er irgend etwas zu ihr sagte. Olli schaute gelangweilt – nein, das traf es nicht – angewidert zu. Die Teilnehmerin konnte oder wollte seinen Blick nicht sehen, Carola las jedoch in seinem Blick ganz deutlich die Worte: ‚Oh mein Gott wie peinlich ist das denn?‘

Carola lächelte Olli zu und lud ihn mit einem Blick ein, zu ihr an die Bar zu kommen. Olli, erst etwas überrascht, wandte sich kurz an seinen Chef und sagte etwas. Der aber bekam das gar nicht richtig mit und sagte nur etwas zu laut: „Ja ja, geh nur, brauche dich heute eh nicht mehr.“ Und er schob ein dreckiges Lachen nach.

Mit einem erleichterten Gesichtsausdruck stand Olli auf und kam zu Carola an die Bar. Sie bestellte zwei Gläser Sekt, reichte ihm eines, und sie prosteten sich zu. Olli war wenige Jahre älter als sie, etwa 1,80 m groß, schon etwas angegraut und mit blauen Augen versehen, und ansonsten mit einer durchschnittlichen Figur ausgestattet. Er war kein Hingucker, aber auch nicht unattraktiv. Und er sollte heute Nacht ihre Beute werden.

Der Abend schritt voran, und Carola und Olli kamen sich näher. Sie glaubte zu wissen, wie sie bei ihm die richtigen Knöpfe zu drücken hatte, aber er sprang nicht so darauf an, wie sie es erwartet hatte. Stattdessen flirtete er sie offensiv an, übernahm immer wieder selbst das Zepter. Aber aus irgendeinem ihr unerfindlichen Grund mochte sie das, und sie mochte ihn.

Sie erfuhr bald, dass er Single war, keine Familie hatte und seit acht Jahren für seinen Chef arbeitete. ‚Acht Jahre mit diesem Sack?‘ dachte sie und verzog unwillkürlich das Gesicht. Olli bemerkte es und lächelte. „Die Kohle stimmt“, sagte er lakonisch.

Nach etwa drei Stunden waren die Partygäste entweder so gut in Stimmung, dass sie sie kaum noch bemerkten, oder sie hatten sich bereits in den teils skurilsten Paarungen irgendwohin verzogen. Niemand achtete darauf, wie Carola und Olli die Party verließen und zum Fahrstuhl gingen. Als sie auf den Fahrstuhl warteten, ergriff er die Initiative und legte den Arm um sie. Er zog sie an sich, und ihre Lippen fanden sich fast automatisch. ‚Hey!“ dachte sie, aber genoss den Kuss dennoch. Es durchströmte sie warm und sorgte für ein Kribbeln in ihrer Körpermitte, das Vorfreude auf mehr signalisierte.

„Ich spüre“, raunte er zu, „dass du eigentlich auf die schnelle Nummer aus bist. Die wirst du von mir aber nicht bekommen. Ich will mit dir schlafen, Carola, aber nur als gleichberechtigter Part, nicht als ‚Spielzeug‘.“

Der Fahrstuhl kam, und sie hatten die Kabine für sich. Als sie den Knopf für die 14. Etage gedrückt hatte und die Türen sich schlossen, schlang sie die Arme wieder um ihn und küsste ihn leidenschaftlich. Sie spürte, welche Wirkung ihre Küsse hatten, es machte sich an ihrem Unterbauch eine Regung bemerkbar, die sie einiges vermuten ließ. „Hoppla“, lächelte sie und griff nach unten. Die Beule war in der Tat anständig.

Und ehe sie sich versah, war seine Hand unter ihrem Pullover und fand eine Brust. Die Hand schob sich einfach unter ihren BH. Mit anscheinend geübtem Griff fand er ihre Brustwarze und knetete sie aufreizend langsam. ‚Hey!“ rief es wieder in ihrem Kopf, doch die Berührung sorgte für eine weitere Hitzewelle, die Feuchtigkeit in ihren Schoß schießen ließ.

Der Fahrstuhl hielt. Die Türen gingen auf. Er hielt sie zurück: „Wenn wir jetzt zusammen auf dein Zimmer gehen, dann nur so, wie ich eben gesagt habe. OK?“

Seine Hand auf ihrer Brust, sein warmer Körper an ihrem, die Stimmung….Und plötzlich merkte sie, dass es da ein Verlangen gab, das sich ganz anders anfühlte als das, was sie bisher bei flüchtigen Bekanntschaften verspürt hatte. Sie sah ihm in die Augen. Er hielt ihrem Blick stand.

Beherzt hakte sie ihn unter und schob ihn begierig in Richtung ihrer Zimmertür.

Diese hatte sich kaum hinter ihnen geschlossen, da hatte sie auch schon seinen Gürtel geöffnet, schob mit der anderen Hand das Oberhemd und das darunter liegende T-Shirt einfach über seinen Kopf und warf beides hinter ihn. Seine leicht behaarte Brust fühlte sich warm und weich an. Die Hose fiel, der Slip ebenfalls. Er revanchierte sich, indem er sie ebenso schnell und mit geübten Griffen entkleidete.

Sie warf ihn aufs Bett, hockte über ihm bevor er überhaupt reagieren konnte, zog ihm ein Kondom über und nahm seinen steifen Schwanz sofort in sich auf. Er stöhnte ob des Überfalls, sie sah aber in seinen Augen, wie ihn die Situation anmachte.

Sie setzte sich ganz auf ihn, seine nicht unbeträchtliche Größe füllte sie gut aus. Sie musste sogar aufpassen, dass er nicht anstieß, denn das wäre unangenehm geworden.

Sie begann, ihn zu reiten. Hart, fest klatschten ihre Körper aneinander. Der Orgasmus kam schnell. Sie stöhnte, pulsierte und ließ die Wellen über sie schwappen. Sie spürte, wie er dicker wurde, und mit einem lauten Stöhnen, was sie selten bei Männern hörte, kam es ihm, und er spritzte seinen Saft ins Gummi.

Danach ließ sie sich auf ihn sinken. er glitt langsam aus ihr heraus. Geschickt fing er sie auf, nahm sie in den Arm und küsste sie.

„So“, schnurrte er ihr ins Ohr. „Das war die Vorspeise zum Anstacheln des Hungers.“

Sie musste lachen. „Wie meinen, der Herr?“

Er streifte ihren Mund mit einem Kuss, drehte sie mit einer schwungvollen Bewegung von sich herunter und auf den Rücken. „Bleib so liegen“, sagte er mit sanfter Stimme.

Er stand auf, ging ins Bad und entsorgte das Kondom in den Mülleimer unterm Waschbecken.

Als er zurückkam, lag sie immer noch so da. „Was hast du gemeint?“ fragte sie.

Behende schwang er sich wieder aufs Bett und beugte sich über sie. „Du glaubst doch nicht, dass ich eine so klasse Frau wie dich ohne ein anständiges Vier-Gänge-Menü hier zurücklasse“, raunte er, und seine Bariton-Stimme klang heiser vor Erregung.

„Wie meinst du…“

„ssshhhhh“, machte er und verschloss ihre Lippen wieder mit einem Kuss. „Wir sind noch lange nicht fertig. Ich nicht, und du erst recht nicht. Ich sehe es in deinen Augen. Du denkst die schnelle Nummer befriedigt dich. Das tut sie aber nicht, und das weißt du auch. Sie baut den Druck kurzfristig ab. Aber nachhaltig ist sie nicht. Ich spüre es in jeder Faser deines Körpers…“

Und damit begann er, sie zu streicheln. Seine warmen, weichen Hände fanden zuerst ihr Gesicht, zeichneten die Linien ihrer Augenbrauen, Nase, des Kinns und der Wangen nach. Sie wanderten abwärts zu ihrem Hals, breiteten ihre wärmende Decke über ihre Schultern aus, liebkosten ihre Brüste, indem sie sich von außen nach innen, über die Vorhöfe zu den Brustwarzen vortasteten und diese liebkosten. Die Berührungen bewirkten einen Schauer nach dem anderen auf ihrem Körper.

Die Hände wanderten weiter zu ihrem Bauch. Streichelten ihre Rippenbögen, umkreisten den Bauchnabel. Sie wanderten langsam weiter, die Fingerspitzen zeichneten die kleine, kaum sichtbare Narbe der Blindarmoperation nach. Die Hände wanderten über die Hüften zu den Oberschenkeln, sparten bewusst die empfindliche Partie noch aus. Die Wärme seiner Hände deckte ihre Oberschenkel, die Knie, die Unterschenkel zu. Die Hände wanderten an der Außenseite hinunter, um an der Innenseite hinauf zu wandern.

Und dann fanden sie ihr Lustzentrum. Mit einer sanften Bewegung zeichnete ein Zeigefinger die Konturen ihres Venushügels nach, bevor sie außen an der Leiste hinunterglitten, um zunächst den Damm zu streicheln.

Carola war völlig hingerissen von diesen Berührungen. Ihr Körper schrie förmlich nach mehr davon. So etwas kannte sie von sich nicht. Aber sie fühlte sich nicht unwohl. Sie spürte, dass sie sich diesem Mann, diesem eigentlich doch so unscheinbar wirkenden Mann, anvertrauen konnte. Anvertrauen wollte.

Die Finger wanderten aufwärts. Zeichneten von außen die Konturen ihrer inzwischen triefnassen Schamlippen nach. Er lächelte, nahm den Finger, der sie eben gestreichelt hatte, von ihrem Körper und führte ihn an ihre Lippen. Sie öffnete den Mund und schmeckte sich. Gemischt mit dem Geschmack seines Fingers war dies eine völlig neue Erfahrung für sie.

Er nahm die Hand wieder weg, und im nächsten Moment spürte sie wie der Zeigefinger an ihren Kitzler tippte. Sie stöhnte auf. Ihr Becken machte unwillkürlich eine sich ihm entgegenwölbende Bewegung.

Und dann kam der Mittelfinger. Langsam, unendlich langsam fand er seinen Weg zwischen ihre Schamlippen und drang in sie ein. Es kam ihr wie eine Ewigkeit vor, und sie genoss jeden Millimeter, den er in sie eindrang. Und plötzlich tippte dieser Finger von innen an die Stelle, die sie jahrelang selbst gesucht hatte und heute nur mit Hilfe eines Spielzeugs stimulieren konnte. Dieser fremde Mann fand ihren G-Punkt einfach so! Am leuchten in seinen Augen sah sie, dass er ihre Reaktion sehr wohl bemerkt hatte.

Er begann, sie zu streicheln. Der Finger in ihr massierte ihren G-Punkt auf eine Weise, wie kein Spielzeug es je vermocht hätte. Sein Daumen berührte immer wieder zwischendurch ihren Kitzler. Ab und an unterbrach er die Massage ihres empfindlichsten Punktes und machte mit der Hand einige Fickbewegungen, die einen sehr angenehmen Kontrast bildeten und ihre Lust in Höhen trieben, die sie so noch nicht verspürt hatte.

„Was machst du mit mir?“ stöhnte sie.

„Ich serviere dir die Antipasti“, lächelte er, um im nächsten Moment ihren G-Punkt weiter zu massieren.

Plötzlich war die Hand weg. Doch ehe sie überhaupt bemerkte, was geschah, spürte sie die Hitze seiner Zunge zwischen ihren Beinen. Ja, diese Zunge war so heiß, dass sie glaubte, ihre Vagina würde gleich in Flammen aufgehen. Er küsste sie auf die Schamlippen, die Zunge fand den Kitzler und begann, diesen zu liebkosen. Dann drang sie in sie ein, dort wo eben noch die Finger gewesen waren. Das Wechselspiel dieser heißen Zunge machte sie fast wahnsinnig, und als plötzlich die Zunge am Kitzler war und ein Finger in sie eindrang und ihren G-Punkt massierte, glaubte sie, gleich explodieren zu müssen.

Und dann kam der Orgasmus. Er kündigte sich lange an. Die wellen, die ihren Körper überströmten, wurden intensiver und intensiver, und als es ihr kam, explodierte sie förmlich in seinen Händen. Die andere Hand hatte in der Zwischenzeit angefangen, als unterstützende Stimulation ihre rechte Brustwarze, die empfindlichere von beiden, zu massieren. Die Zunge hatte ihre Liebkosungen eingestellt, und es waren wieder beide Hände, die sie liebkosten.

Sie wölbte sich ihm entgegen, presste sich in seine Hände und stöhnte auf eine Weise, wie sie es bei sich selbst noch nie gehört hatte.

„Ja, Süße, lass es raus! Genieße das Gefühl!“ flüsterte er, während die Wellen sie immer noch weiter trieben.

„Oh Olli, bitte…..fick mich…..Jetzt!“ stöhnte sie.

Er streifte sich in blitzartiger Geschwindigkeit ein Kondom über. Er wusste genau, dass sie in diesem Zustand, dieser Erregung, nicht fallen gelassen werden durfte und handelte entsprechend sensibel und selbstsicher. Sie griff nach seinem besten Stück, um ihm beim Einführen zu helfen.

Er drang in sie ein und begann, sie mit langen, tiefen Stößen zu nehmen. Schon die ersten paar Stöße lösten bei ihr einen neuen Orgasmus aus. Sie trieb einem Zustand totaler Ekstase entgegen, von dem sie selbst nicht wusste, dass sie dazu überhaupt fähig war.

Ihre Hände flogen über seinen Rücken, drückten ihn immer wieder fest an sich. Als sie ihm diesen Orgasmus entgegenschleuderte, nahm er ihren Rhythmus auf, und als die Wellen etwas abebbten, nahm er sich zurück, steuerte das Tempo in etwas ruhigere Fahrwasser, um es dann wieder zu erhöhen und sie gezielt dem nächsten Wellenkamm entgegenzubringen und mit ihr drüber hinweg zu gleiten.

Und dann kam der nächste Höhepunkt. Er fiel noch viel heftiger aus als der vorherige. Sie klammerte sich an ihn, zuckte, stöhnte. Warf ihr Becken nach vorn, klatschte gegen seine Hüften, als er in sie stieß. Ihr Verstand setzte aus, sie war nur noch Gefühl, nur noch Geilheit.

Und dann wurde sie ruhiger. Er verlangsamte das Tempo, kam schließlich ganz zur Ruhe, glitt sanft aus ihr heraus und kuschelte sich an sie.

Minutenlang hielt er sie im Arm. Streichelte sie. Fing sie auf, als sie langsam von den Wellen der Höhepunkte, die sie soeben erlebt hatte, herunterkam. Er begleitete sie zurück ins hier und jetzt, war ganz aufmerksam nur bei ihr.

Als sie sich beruhigt hatte, küsste sie ihn und flüsterte: „Danke….“

„Na, Mylady, Nachtisch gefällig?“ schnurrte er.

Sie blickte an ihm herunter und stellte fest, dass er noch in voller Pracht stand. „Du bist noch nicht wieder gekommen?“

„Selbstverständlich nicht!“ lächelte er. „Denn das eben war doch der Hauptgang. Das Dessert wartet noch.“

„Nicht mehr lange, mein lieber…“ schnurrte sie zurück, streifte ihm das Kondom ab, richtete sich auf, nur um im nächsten Moment ihre Zunge an seiner Eichel spielen zu lassen. erst jetzt stellte sie fest, dass er beschnitten war. Sie mochte beschnittene Männer, sie waren zumeist gepflegter im Intimbereich, vor allem am Ende des Tages.

Olli legte sich auf den Rücken und warf die Hände über den Kopf. Als sie ihre Zunge an seiner Eichel spielen ließ, stöhnte er lustvoll auf. Allein dieses Stöhnen jagte ihr einen wohligen Schauer über den Rücken. Als sie dann langsam ihre Lippen über seine Spitze stülpte, intensivierte sich sein Stöhnen noch. Aber sie spürte auch, dass er genoss. Dass er noch nicht sofort kommen würde. Sie genoss das Spiel mit seinem Schwanz. Mal tief in den Mund gleiten lassen, mal nur mit ihren Lippen die Eichel halten. Mal mit der Zunge den Schaft hinauf und hinunter gleiten, um dann sanft seine Hoden in den Mund zu nehmen und daran zu saugen.

Doch irgendwann wollte sie mehr. Sie wollte seinen heißen Saft auf ihrem Gesicht, ihren Brüsten spüren. Sie würde nicht schlucken, aber sie wollte seinen „Nachtisch“ auf sich spüren. Sie intensivierte ihr Lecken und Saugen und nahm jetzt eine Hand zur Hilfe. Er stöhnte. Sein Becken wölbte sich ihr entgegen, er begann leicht, sie in den Mund zu ficken, aber immer vorsichtig, damit sie seinen großen Schwanz nicht zu hart hineingestoßen bekam.

„Oh Carola…Ich komme gleich…“ stöhnte er.

„Jaaaaa…“ hauchte sie, entließ ihn aus ihrem Mund und umschloss ihn mit festem Griff. Sie wichste ihn von ganz oben bis ganz unten, dann wieder nur an der Eichel, dann wieder den ganzen Schaft hinauf und hinunter.

Dieser Orgasmus gehörte ihm, nachdem er ihr so viele vorher geschenkt hatte. Und sie wollte nichts verpassen. Ihre Blicke trafen sich.

Sie spürte wie er anschwoll. Sie hörte sein intensives Stöhnen. Sie sah, wie sich seine Eichel öffnete…

Und dann schoss es aus ihm heraus. Sie schloss die Augen und den Mund, und sie spürte wie er sich in fünf, sechs kräftigen Spritzern auf ihr Gesicht und ihre Brüste ergoss. Sie spürte sein Zucken in ihrer Hand. Und sie genoss jede Sekunde. Noch ein, zweimal wichste sie ihn, um auch den letzten Tropfen aus ihm herauszupressen.

Dann spürte sie seine Hände auf ihrem Haar. Sie öffnete die Augen einen Spalt und sah seinen Blick, der ihr sagte: „Komm und kuschle dich an mich…“

Sie tat es. Und zum ersten Mal schlief sie auf einer Geschäftsreise nicht allein ein.

Am nächsten Nachmittag fand Olli an seinem Platz im Seminarraum einen kleinen Zettel vor: „Deine freie Verfügung ist gestrichen. Du hast ein Date mit zwei Dinnern. 19 Uhr bei Dino, dem Italiener in der nächsten Seitenstraße. C.“ Er zog leise die Luft durch die Zähne und lächelte. „Ja, Mylady“, flüsterte er.

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